Am 27. April wurde es vor der Martin Luther King Schule ungewohnt: Hunderte Modellautos bedeckten die Fahrbahn an der Georg Herwegh Straße. Gemeinsam mit dem Konzeptkünstler Ruppe Koselleck setzten sich unsere Schüler:innen im Rahmen der Kunstaktion „Porsche Komplex“ mit der Verkehrssituation vor ihrer Schule auseinander.
Organisiert wurde das Projekt von Kunstlehrer Marcel Schröder, der die Aktion in den Unterricht der Kulturklassen sowie der Fächer Kunst und „Darstellen und Gestalten“ eingebunden hat.
Ausgangspunkt war eine seit Jahren bestehende Problemlage. Gerade zu Schulbeginn kommt es im Bereich vor dem Neubau regelmäßig zu unübersichtlichen und teils gefährlichen Situationen durch den Bringverkehr. Fahrzeuge halten spontan auf der Fahrbahn, Halteverbote werden missachtet und der Verkehrsfluss stockt. Genau hier setzte die Aktion an. Sie war sichtbar, direkt und bewusst irritierend.
Die Schüler:innen wurden selbst aktiv, bewegten sich mit Modellautos und Bobby Cars auf der Straße und blockierten den Verkehr zeitweise. So konnten sie unmittelbar erfahren, welche Auswirkungen es hat, wenn gewohnte Abläufe gestört werden. Polizei und Ordnungsamt waren zwischenzeitlich vor Ort, zudem war ein mobiler Blitzer aufgestellt. Das ist ein Hinweis auf die seit Jahren angespannte Verkehrssituation an dieser Stelle.
Beteiligt waren die Kulturklassen der Jahrgänge 5 bis 7 (5c, 6c, 7c), die Kurse im Fach „Darstellen und Gestalten“ der Jahrgangsstufe 10 sowie Kunstkurse der Jahrgangsstufe 7. Ergänzt wurde die Aktion durch weitere Schüler:innen, die eigene Spielzeugautos von zu Hause mitbrachten und sich so beteiligten.
Die Auseinandersetzung fand nicht nur auf der Straße statt. Im Unterricht beschäftigten sich die Schüler:innen mit der Geschichte der Marke Porsche, fertigten Zeichnungen an und entwickelten kreative „TÜV Gutachten“ für ausgewählte Modelle aus der Sammlung des Künstlers. So verband sich praktisches Handeln mit gestalterischer und inhaltlicher Reflexion.
Für jede Spende entstand zudem eine Schleudergrafik, die Ruppe Koselleck persönlich anfertigte. Unterstützt wurde er dabei von Susanne von Bülow. Während der gesamten Aktion waren beide im Austausch mit den Schüler:innen und begleiteten den Prozess vor Ort.
Die Aktion war Teil eines seit vielen Jahren laufenden Projekts, bei dem der Künstler mit Modellautos arbeitet, um alltägliche Situationen sichtbar zu machen und zum Nachdenken anzuregen. Für unsere Schüler:innen wurde dabei vor allem eines deutlich. Kunst kann mitten im Alltag stattfinden und dazu beitragen, die eigene Umgebung bewusster wahrzunehmen.

